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© Kirchengemeindeverband Göschwitz - Rothenstein 2015
Kirchengemeindeverband Göschwitz - Rothenstein Kirche St. Laurentius Maua
Die Mauaer Kirche war Patronatskirche des Zisterzienserklosters Grünhain im Erzgebirge. Im östlichen Schlussstein des Chores erkennt man das Wappen des Klosters mit der dreifachen päpstlichen Krone (Tiara). Der gotische Chor dieser Dorfkirche wurde in den Jahren 1468 bis 1483 erbaut, nachdem eine romanische Vorgängerkirche 1450 im Sächsischen Bruderkrieg zerstört wurde. Am nordöstlichen Strebepfeiler befand sich eine Inschrift, welche übersetzt lautet: Im Jahre des Herrn 1468 am 6. Mai ist dieser Bau begonnen worden – Petrus Mawer Pfarrer. Die Inschrift wurde wegen starker Verwitterung gesichert und im Inneren des Kirchenschiffes angebracht. Der westliche Schlussstein des Chores trägt in Abkürzung die Inschrift anno domini 1483, also das Datum der Fertigstellung. Vom Baugeschehen künden darüber hinaus die zwei Schlusssteine an den unteren Enden der Chorrippen: Der nordöstliche Kopf zeigt den damaligen Pfarrer Petrus Mawer, der südliche den Baumeister. In der Mitte ist eine Rose zu sehen. Dies könnte einfach eine Verzierung sein, wahrscheinlicher aber ist sie ein Symbol für das Beichtgeheimnis. In den alten deutschen Kirchen war über den Beichtstühlen eine Rose angebracht. Bei einem Dorfbrand im Dreißigjährigen Krieg brannte 1640 das Kirchenschiff ab, welches 1644 bis 1646 wieder aufgebaut wurde. 1819 wurde das Gebäude grundlegend umgebaut. Das Eisengestell für die Uhrenglocken wurde in diesem Zusammenhang auf das Dach gesetzt. Es wurden die Emporen und der Kanzelaltar eingebaut. Außerdem sind im Kircheninneren zwei Flügelaltäre aus vorreformatorischer Zeit erhalten. An der nördlichen Chorwand befindet sich ein Marienaltar, den 1513 Franz Geringswald aus Altenburg in Thüringen schuf. Die äußere Bemalung stellt die Verkündigung mit Maria und Erzengel Gabriel dar. Der andere Altar mit einer Pieta im Mittelschrein, der sich heute an der südlichen Chorwand befindet, könnte 1483 in den Hochaltar eingebaut gewesen sein. Die Äußere Bemalung zeigt die Heiligen Michael und Sebastian. Geschnitzt wurde dieser Altar um das Jahr 1450. Der Schnitzer selber ist nicht namentlich bekannt. Der Taufengel im Chorraum ist eine Holzschnitzerei aus dem 18. Jhd.. Die Orgel ist ein Werk des Thüringer Orgelbauers Witzmann aus dem Jahr 1866. Im 1. Weltkrieg wurden die Prospektpfeifen zu Kriegszwecken eingezogen und durch eine Holztafel mit aufgemalten Pfeifen ersetzt. Erst 2003 konnten im Rahmen einer Generalüberholung der Orgel wieder echte Prospektpfeifen nach altem Muster eingebaut werden. Eine Glocke im Kirchengeläut stammt von Johann Berger aus Weimar aus dem Jahr 1640. Sie ist in gutem Zustand und wird noch heute geläutet. Hohe Lanzettfenster erhellen die Kirche. Das Buntglasfenster im Osten des Chores, das durch die Altarwand verdeckt wird, zeigt den auferstandenen Christus als Weltherrscher. Dieses Fenster wurde bei der Sprengung der Holzbrücke über die Saale 1945 stark beschädigt und konnte erst 1995 mit Spenden der befreundeten Kirchengemeinde von Essen-Steele wieder restauriert werden. In die Nordwand des Chores ist ein Sakramentsschrein mit spätgotischem Giebel eingelassen. Die einzige Totentafel im Saal der Kirche ist dem Müller Johann Gottfried Letzsch gewidmet, der vom 26. August 1716 bis zum 19. Februar 1781 in der noch bestehenden Mühle lebte und wirkte. Der Schrank an der Schwelle zum Chor ist mit gotischen Schablonenmalereien versehen und stammt aus der Übergangszeit von der Truhe zum Schrank um 1450. Er ist somit eines der ältesten Möbel dieser Art in Thüringen. Er war  mindestens seit 1819 auf dem Dachboden abgestellt und Alter und kunsthistorischer Wert wurden zufällig im Rahmen  einer Kunstguterfassung erkannt. Er wurde in den Jahren 2007 und 2008 aufwendig restauriert. Die letzte Restaurierung des Innenraumes fand 2002 statt. Sie folgte dem Vorbild der farblichen Umgestaltung von 1932.
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