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© Kirchengemeindeverband Göschwitz - Rothenstein 2015
Kirchengemeindeverband Göschwitz - Rothenstein Kirche St. Wenzel Rothenstein
Unser Gotteshaus Unser Gotteshaus ist ehedem St. Wenzel geweiht worden, dem Herzog von Böhmen, der am 28. September 929 ein Opfer seines Christenglaubens und seiner deutschen Gesinnung wurde. Seine Verehrung wurde durch Kaiser Otto II (+983) im damaligen östlichen Reichsgebiet gefördert. Dass aber schon vor dieser Zeit in Rothenstein eine christliche Kapelle gestanden haben muss - vielleicht auf der „Kapelle“ genannten Anhöhe nordwestlich des oberen Dorfes – lässt sich daraus schlussfolgern, dass zur Zeit Karls des Großen (um 800) das Hersfelder Kloster und später das Fuldaer reichen Besitz in „Rodostein“ hatte. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes unter diesem Namen war 796. Die Burggrafen von Kirchberg bei Jena hatten das Mittelalter hindurch das Kirchlehn in Rothenstein. 1343 überließen sie dieses bedingungs- und tauschweise dem Michaeliskloster zu Jena. Die Baugeschichte unserer Kirche Die Baugeschichte ist aus den beiden Steininschriften von 1437 (über dem zugemauerten Südeingang) und von 1506 (am nördlichen Pfeiler des Chores) so zu deuten: 1437 ein ganz in Stein hoch geführter Wehrturm mit kurzem Langhaus. In der Jahrhundertmitte kamen die Arbeiten erst einmal wieder zum Erliegen. Schuld daran war der Sächsische Bruderkrieg der wettinischen Landesherren, der von 1446 bis 1451 tobte. Erweiterung 1506 durch den gotischen Ostchor mit einem südlichen Chorflankenturm, der den nunmehr bis auf das achtkappiges, rippenloses Kreuzgewölbe abgerissenen alten Westturm ersetzen sollte. Die Reformation 1529 verhinderte die Vollendung des Planes. Nach dem großen Brand von 1553, dem das halbe Dorf mit Pfarre und Kirche zum Opfer fiel, ward der alte Westturm in Holz wieder aufgerichtet, Chor und Langhaus, die vordem noch nicht eingewölbt waren mit einer Flachdecke versehen. Die später eingebauten Emporen waren durch Fachwerkanbauten von der Nordwand der Kirche her erreichbar. Weitere Renovationen wurden 1672 und 1815 durchgeführt. Die durchgreifendste im Jahre 1863 beseitigte die malerische Bewegtheit im Äußeren und Inneren der Kirche. Aus dieser Zeit stammen die Fenster des Schiffes und sämtliche Außentüren im hoch- bzw. neogotischen Stil, das Uhrtürmchen, der Emporenbau mit den Treppenzugängen, das Gestühl. Die Erneuerung des Kircheninneren 1931/34 erweiterte und erhöhte den Altarraum, schmückte ihn mit Bildwerken aus und richtete die Turmhalle als Gedächtnisraum und Friedhofskapelle her. Sein jetziges Aussehen bekam der Innenraum der Kirche im Jahre 1983 durch die Eigeninitiative der Kirchgemeinde, die in vielen freiwilligen Arbeitsstunden der Turmhalle, dem Schiff und dem Altarraum ein neues farbiges Gewand gab. In den folgenden beiden Jahren wurde die Poppe-Orgel von der Firma Speerschneider/ Weimar restauriert und im Jahr 1985 mit einem Orgelkonzert festlich eingeweiht. Sehenswürdigkeiten unserer Kirche In der Turmhalle Eisenbeschlagene Truhe (um 1480). Darüber Ehrentafel der im Krieg 1914-18 Gefallenen. Links: Grabstein des 2 1/2jährigen Töchterchens Margaretha Rebekka des Nürnberger Kaufmannes August Friedrich Leekenius, „welches die mit dem Herrn Vater angetretene Reise mit der Reise zu dem himmlischen Vater verwechselte allhier zu Rothenstein 1747 den 31. Mai … So ist o Sterblicher dein Leben kein Leben, sondern eine Reise und deine Wohnung keine  Wohnung, sondern eine Herberge.“ (L. setzte der Kirche ein Legat von 100 Talern aus, dessen Zinsen jährlich zu Büchern für die Schuljugend bestimmt waren.) Rechts der Ehrentafel: Grabstein des 1715 im Alter von 71 Jahren verstorbenen Magisters Johann Friedrich Vulpius, der 39 Jahre Pfarrer von Rothenstein war (Urgroßvater von Christiane Vulpius, der Gattin Goethes; Inschrift wörtlich: „So will ich ihnen die Krone des Lebens geben. - Wohlverdientes Denck- und Ehren-Mahl des Weyland WohlEhrwürdigen und in Gott andächtigen Herrn Mag. John. Friedrich Vulpij in die 39 Jahr wohlmeritirten Seelsorgers der Gemeinden Rotenstein u. Ölckenitz wie auch Erb- u. GerichtsHerr der Kayserl. FreyZinßen zu Hamerstädt u. Freysaß auf das Guth zu NiederRoßla ist zu Wormstädt ao 1644 d. 8. Jan geboren, Zum hisigen Pastorat so 1676 beruffen in die 1. Ehe mit Jfr. Margaretha gebohrene Oheimin aus Hoff ao 1681 getreten u. 3 Kinder gezeuget. In 2. Ehe mit Jfr. Maria Elisabetha gebohrenen Schmidtin von Schleiz sich so 1685 begeben u. in fried. gesegneter Ehe 11 Kinder erzeuget, ein Vater 25 Kinder u. Kindeskinder starb er d. 18. Apr. 1715 Seines alters 71 Jahr 3 Mo 7 tage.“  Ein 1934 errichteter Altar gab dem im Turmsockel befindlichen Raum den Charakter eines Andachtsraumes. Im Altarraum Die heilige Familie (Rhönschnitzerei, Entwurf von Prof. Blechmidt/ Eisenach 1932). Das heilige Abendmahl (Holzbildwerk eines unbekannten Meisters um 1810). Der Marmoraltar, Stiftung des Pfarrers Hagen 1863, das Kruzifix, Rhönschnitzerei, das Altarglasfenster mit dem segnenden Christus (von Glasmaler Franke – Naumburg, 1914) blieb als einziges Fenster der Kirche bei der Brückensprengung 1945 erhalten. Die übrigen Chorfenster wurden in den 50iger Jahren von Fritz Körner mit den Symbolen der Evangelisten und Kornähren und Weintrauben versehen neu gestaltet. Der Taufstein mit der Jahresangabe der Renovation 1570,  stammt nach Kennern aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. Eine Holzfigur Christus in der Rast (1450) steht am Karfreitag am Altar. Auf den Emporen Links: Gemälde von Andreas Ahammer 1585, der Gekreuzigte mit Maria, Johannes und Magdalena; darunter die Stifterbildnisse der Familie Ahammer. Rechts: Im reich geschnitzten Holzrahmen die Enthauptung Johannes des Täufers mit Hinweis, dass Johann Grau, Bürger und Handelsmann wie auch Rath-Verwandter in Jena und dessen geliebte Hausehre Barbara Grauin geb. Hoffmann „die Kirche hat renovieren lassen.“ Orgel unter Verwendung einer 1729 von Joh. Conrad Vockerodt – Löbschütz erbauten i. J. 1863 neu errichtet von Friedrich Poppe – Stadtroda.
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