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© Kirchengemeindeverband Göschwitz - Rothenstein 2015
Kirchengemeindeverband Göschwitz - Rothenstein Kirche Oelknitz
Die Oelknitzer Kirche ist eine einschiffige Kirche mit einem ungewöhnlichen Chorturm von malerischer Wirkung. Der massive, annähernd quadratische Chor, der im untersten Bereich wohl frühgotisch (d.h. um 1250) ist, wurde 1689 umgebaut. Das alte Chorgewölbe und der ursprüngliche Triumphbogen wurden beseitigt, damit die Höhe des Chorraumes  der des Schiffes angeglichen werde konnte. Auf das Mauerwerk des Chores setzte man zwei Fachwerkgeschosse auf. Das oberste Geschoß ist stark zurückgesetzt, da die nun sichtbaren Ausmaße für die Aufnahme des Glockenstuhles ausreichten. Im unteren Chorbereich befinden sich zugemauerte kleine Rund- und Spitzbogenfenster der Erbauungszeit, die bei Renovierungsarbeiten vor ca. 100 Jahren wieder entdeckt wurden (von außen an der Ostseite sichtbar), darüber große Fenster des späten 17. Jahrhunderts. Das schmucklose Schiff, das wegen der regelmäßigen Frühjahrshochwasser stark gelitten hatte, wurde 1838 neu erbaut (siehe Bauinschrift am Westportal). Im Schiff befinden sich dreiseitige, an den Langseiten zweigeschossige Emporen und eine Stuckrahmendecke, deren nördliche Hälfte 2003/04 nach Hausschwammbefall erneuert werden musste. Dieser war während der Neueindeckung des Kirchenschiffdaches entdeckt worden, als ein Dachdecker durch die Saaldecke brach und auf der zweiten Empore landete. Der untere Wandbereich wurde 1938 steinsichtig gemacht. Die Mauerzungen zu beiden Seiten der Choröffnung wurden als Wandpfeiler mit Kämpfer ausgebildet. Der Chor wurde 1927 durch eine Querwand mit Kanzelaltar und Wandbild geteilt (der vorherige Zustand ist noch auf einer alten Postkarte erkennbar). Auf dem Wandbild ist Christus als Retter des vom Hochwasser bedrohten Dorfes Oelknitz zu sehen. Konkreter Anlass für die Herstellung der Gemälde  war wohl die auf der linken Seite dargestellte Hochwasserkatastrophe von 1890, die Teile von Oelknitz vernichtete. Vom alten Kanzelaltar blieben Korb und Schalldeckel erhalten. Seine flankierenden Säulen stammen wie die Emporen wahrscheinlich aus dem 20. Jahrhundert. 1995 erfolgte eine Restaurierung des baufällig gewordenen Turmes. Der Sandsteinfußboden des Schiffes wurde 2002 saniert bzw. erneuert. 2004 wurde das Dach des Kirchenschiffes neu eingedeckt. Zum Inventar gehören ein achteckiges steinernes Taufbecken von 1576 und ein elegantes klassizistisches, in seiner Form und Farbgebung den Geschmack des Empire verkörperndes Taufgestell von ca. 1838. Die Orgel wurde 1758 von Justinus Ehrenfried Gerhardt gebaut, dem Gründer der Thüringer Orgelbauerfirma. Sie ist größtenteils original erhalten. Hier findet sich auch eine der wenigen unveränderten Manualklaviaturen des Erbauers. Die Ohren am Prospekt sind kunstvoll gearbeitet und zeigen u.a. Musikinstrumente.  Die Restaurierungsarbeiten erfolgten zwischen 2012 und 2014, wobei an der linken Gehäuseseite die ursprüngliche barocke Farbfassung freigelegt  wurde.
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